Bericht Montagsgebet


Homophobie ist heilbar! -  12.07.2010 - 17,00 Uhr

 – CSD-Gottesdienst in der Nikolaikirche


Die montäglichen Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche fanden ihren Ursprung in den Mahnwachen, die 1982 zum ersten Mal stattfanden. Aufgrund der drohenden Aufrüstung der 80er Jahre entschloss man sich zu anfänglich reinen Friedensgebeten jeden Montag um 17 Uhr. Auch nach den entscheidenden Ereignissen im Herbst 1989 haben die Friedensgebete nicht an Aktualität verloren und lenken wöchentlich die Aufmerksamkeit auf verschiedenste soziale, politische und menschenrechtliche Belange

Dieses Jahr dürfen wir nun zum 3 Mal als schwul-lesbische Gruppe das Friedensgebet in der CSD-Woche ausgestalten. Wir haben es als besondere Ehre empfunden, aber auch als große Verantwortung, eine so traditionsreiche Veranstaltung wie ein Friedensgebet ausrichten zu dürfen. Eine besondere Herausforderung war, einer Reihe ganz unterschiedlicher Erwartungen gerecht zu werden, zum einen, eventuell kirchenfernen CSD-Besuchern das Gefühl der Dazugehörigkeit zu geben, als auch regelmäßige Friedensgebetsteilnehmer anzusprechen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Viel Freunde damit !
 
 
 
 
 
Das war 2008
 
Als wir nach den, zugegeben etwas hektischen, abschließenden Vorbereitungen feststellten, dass ca. 150 Besucher ihren Weg in die Nikolaikirche gefunden hatten, waren wir freudig überrascht. Unser Programm war weitgefasst von einer meditativen Bildpräsentation zum Orgelvorspiel, über Lieder des christlichen Liedermachers Tom Haus, dem Leiter der Regionalgruppe Chemnitz-Erzgebirge (bei einem der beiden Lieder von ihm wurde die Gemeinde aktiv miteingebunden), und ein klassisches Lied mit Orgelbegleitung zum Abschluss, welches Franz Kaern sang.
 
Das Motto des Leipziger CSDs 2008 sowie unseres Gottesdienstes war „Wir sind Familie“. Wir hatten es uns bei der inhaltlichen Ausrichtung zur Aufgabe gemacht zu zeigen, dass Familie sehr viel mehr beinhaltet als die traditionelle Vorstellung von Vater, Mutter, Kind. Dazu hatten wir verschiedene uns bekannte Menschen gebeten, Zeugnisse von ihren ganz unterschiedlichen und nicht immer traditionellen Familiensituationen zu verfassen, welche im Gottesdienst verlesen wurden. Besonders haben wir uns gefreut, dass wir Queerkids, eine Initiative von Lesben und Schwulen mit Kindern bzw. Kinderwunsch in Sachsen unterstützen konnten und eine Vertreterin der Initiative sich bereit erklärte, ein kleines Zeugnis abzulegen. Es war goldig zu sehen, wie der kleine Johannes ganz fasziniert von den Teelichtern im Altarraum war und unbedingt spielen wollte, während seine Mama ihren Text las. Auch der Bibeltext, über den Franz Kaern als Mitglied des Bundesvorstandes die Predigt hielt, beschäftigte sich mit dem Thema „Familie“ aus homosexueller Sicht.
 
Besonders beeindruckend fand ich unsere offene Fürbitte. Wir hatten als Dekoration in Altarnähe ein Holzkreuz mit vielen brennenden Teelichtern gelegt und jedem Gottesdienstbesucher ein Teelicht ausgehändigt. Während der offenen Fürbitte hatte nun jeder die Möglichkeit, nach vorn zu kommen, sein Teelicht anzuzünden und für sich ein kleines Gebet oder ähnliches zu sprechen. Es hat mich angerührt, wie viele Menschen von diesem Angebot Gebrauch machten und wie bewegt viele dabei aussahen. Das war für mich der absolute Höhepunkt dieses Gottesdienstes.
 
Wir waren sehr zufrieden mit dem Gottesdienst, es war eine runde Veranstaltung und die vielen positiven Rückmeldungen haben unseren Eindruck auch bestätigt. Zudem wurden wir vom Superintendent eingeladen, nächstes Jahr wieder ein Friedensgebet zu organisieren, und ein viel größeres Lob kann es fast nicht geben.
 
 Gottesdienstbesucher zum Montagsgebet Tom Haus, christlicher Liedermacher Offene Fürbitte 

 

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